Haushaltssicherungskonzept der Stadtverwaltung
In der letzten Ratssitzung stellten Oberbürgermeister Norbert
Feith und Kämmerer Ralf Weeke das neue Haushaltssicherungskonzept vor, welches
45 Millionen Euro Einsparpotenzial beinhaltet, um mit Zielrichtung 2013 die
Überschuldung der Stadt Solingen zu vermeiden. Dieses Konzept wurde seitens
der Verwaltung mit den einzelnen Stadtdienstleitern seit September vergangenen
Jahres erarbeitet und Ende Januar mit den Spitzen der Parteien in einer
Klausurtagung abgestimmt. Ziel dieser Tagung war es, Schwerpunkte zu setzen,
damit nicht in allen Bereichen prozentual gleichbleibende Kürzungen erfolgen.
Der Sport als freiwillige Aufgabe einer Kommune ist hier
besonders schwer betroffen.
Nachfolgend die zur Kürzung vorgesehenen Positionen:
- Reduzierung
von Zuschüssen an den Eissport
Von bisher 120.000 € (800 Hallenstunden pro Jahr) in drei Jahresschritten ab 2011 auf
60.000 € (400
Hallenstunden). Aussage: „Damit kann das Angebot für Kinder und Jugendliche
erhalten bleiben.“
- Revision
des OTV-Vertrags
Stadt plant den Vertrag zu
Gunsten der Stadt um 50.000 € zu verbessern.
- Reduzierung
von Zuschüssen nach den Sportförderrichtlinien und SSB Zuschuss
Reduzierung der Zuschusshöhe um
40.000 €. Klärung steht noch aus, da die
Stadt in dieser Position von Gesamtzuschüssen von 390.000 € ausgeht. Eine
Aufstellung soll uns kurzfristig zugehen.
- Erhöhung
der Überlassungs-Entgelte für Sportstätten (außer Freisport)
Erneute Erhöhung der
Hallengebühren um 100.000 € pro Jahr = Erhöhung um
rund 50%.
- Aufgabe
Sportstadion Hermann-Löns-Weg (ohne Kunstrasen und Umkleiden)
Das Stadion am Hermann-Löns-Weg
soll unter Erhalt des angrenzenden Kunstrasenplatzes aufgegeben werden. Das
Stadion wird bisher fast ausschließlich für Spiele des FC Union Solingen
genutzt. Für die rund 20 Ligaspiele je Saison muss eine angemessene
Ausweichspielstätte zur Verfügung gestellt werden (z.B. Jahnkampfbahn). Durch
die Maßnahme kann ein Unterhaltungsaufwand von rund 100.000 € eingespart werden.
- Vermarktung
des Stadiongeländes am Hermann-Löns-Weg
Nach der Aufgabe des Stadions soll
das Stadiongelände einschließlich des Parkplatzes vermarktet werden. Die durch
den Verkauf erzielten Erträge (geschätzt rd. 3 Mio. €) sollen zur
Schuldentilgung eingesetzt werden und damit den Haushalt entlasten
(reduzierte Zinsbelastung rd. 90.000 €). In dem dargestellten Potential sind
evtl. anfallende Kosten bereits berücksichtigt (z.B. Abbruchkosten).
- Aufgabe/Überlassung
Schießsportanlage Talsperrenstraße
Durch die Aufgabe der
Schießsportanlage in Burg bzw. Überlassung an Dritte kann ein Unterhaltungsaufwand
von rd. 20.000 € eingespart werden.
- Aufgabe/Überlassung
„Kanuheim Heiler Kotten“
Durch die Aufgabe des Kanuheims
an der Wupper bzw. eine Überlassung an Dritte kann der bisherige
Unterhaltungsaufwand eingespart werden. Dies sind 5.000 € ab 2013.
- Aufgabe
Turnhalle Gillicher Straße oder (erhebl.) Sanierungsbeteiligung des TSV
Aufderhöhe
Die Turnhalle Gillicher Straße
ist in starkem Maße sanierungsbedürftig. Das Gebäude soll aufgegeben werden,
wenn nicht eine erhebliche Sanierungsbeteiligung Dritter (TSV Aufderhöhe)
erreicht werden kann. Für das in dem Gebäude vorgesehene Schulturnen können
Ausweichmöglichkeiten in anderen Turnhallen zur Verfügung gestellt werden.
Einsparung: 30.000 € pro Jahr
Uns gegenüber hat der Kämmerer
seine mündliche Aussage bestätigt, dass die Stadt sich an einer Sanierung nicht
beteiligt.
- Turnhalle
Adolf-Clarenbach-Straße (WMTV); Vertragsneugestaltung
Die Revision des Vertrages
zwischen der Stadt und dem WMTV führt zu Einsparpotenzialen in Höhe von 25.000 €
pro Jahr.
- Aufgabe
Hallenbad Ohligs
Nach Abschluss des
Klingenhallenbad-Ausbaus wird das Hallenbad Ohligs aufgegeben. Einsparung pro
Jahr 398.000 €. Dies war bereits Bestandteil des Bäderkonzepts.
- Übertragung
Birker-Bad
Durch die Übertragung des
Birker-Bades auf die Lebenshilfe sinkt der Zuschussbedarf für die Stadt
(Nettoeffekt unter Berücksichtigung des „Ankaufs“ von Schwimmzeiten). Einsparbetrag
218.000 € pro Jahr.
- Klingenbad
(energetisch und Besuchersteigerung)
Durch die z.Z. laufenden
energetischen Sanierungsarbeiten und die Erweiterung des Klingenbades soll der
Zuschussbedarf reduziert werden. Einsparung 110.000€ pro Jahr.
- Schließung
des Heidebades
Das Heidebad soll geschlossen
werden. Einsparung ab 2012: 163.000 € pro Jahr.
- Erhöhung
Überlassungsentgelte Schwimmvereine
Analog der Erhöhung der Nutzungsentgelte für Sporthallen sollen auch die von den Schwimmvereinen zu
tragenden Überlassungsentgelte erhöht werden. Jährlich 15.000 €.
- Schließung
und Vermarktung des Hallenbades Vogelsang
Nach Übertragung des Birker-Bades soll das Vogelsang geschlossen und vermarktet werden. Das Einsparpotenzial resultiert aus dem derzeitigen Zuschussbedarf. Ein Gewinn aus dem Verkauf kann voraussichtlich nicht erzielt werden. Einsparung: 2012 = 400.000 €,
ab 2013 =
800.000 €.
Aus dem Schulbereich sind folgende, den Sport tangierende
Maßnahmen zu berücksichtigen:
- Flächenoptimierung
bei Schulgebäuden durch Standortaufgabe und Schulschließung aufgrund
demographischer Entwicklungen
- Schulgebäude
Burg (Sommer 2010) Nach Aussage des Kämmerers ist die Halle nicht
betroffen.
- Grundschule
Stübchen, Schulgebäude Katternberger Str. 216, ohne Turnhalle (genauer
Zeitpunkt noch offen)
- Gebäude
HS Ohligs (Sommer 2013) Was mit der Halle passieren soll wird die
Verwaltung noch prüfen.
- Gebäude
HS Krahenhöhe inkl. Sporthalle (Sommer 2014)
Daneben hat die Verwaltung eine Sonderliste mit
Einsparalternativen erstellt, die ausdrücklich keine
Einsparvorschläge der Verwaltung sein sollen. Vielmehr soll das die
Ersatzliste vorzunehmender Projekte sein, wenn die Einsparsumme von 45 Mio.
durch Herausnahmen einzelner Positionen aus den städtischen Vorschlägen nicht
zu diesem Ziel führen. Wir nennen hier nun die den Sport tangierenden Teile:
- Aufgabe
Jahnkampfbahn
Bei Aufgabe der Jahnkampfbahn
könnte ein Einsparpotenzial in Höhe des derzeitigen Zuschussbedarfes (rd.
170.000 €) realisiert werden.
- Aufgabe
von 5 Kunstrasenplätzen
Der Zuschussbedarf pro Kunstrasenplatz beträgt durchschnittlich rd. 100.000 €. Bei einer evtl. Aufgabe von Plätzen würde der Zuschuss entfallen; nicht berücksichtigte Verkaufserlöse.
- Reduzierung von Zuschüssen an den Eissport (auch für Kinder und Jugendliche); damit vollständige Streichung
Seit der Übertragung der Eissporthalle an die Lebenshilfe zahlt die Stadt Solingen einen jährlichen Zuschuss von 120.000 € an die Lebenshilfe Solingen, um dort weiterhin rund 800 Vereinsübungsstunden der Eissportvereine zu ermöglichen. Durch die HSK Maßnahme Nr. 177 (SD 52) soll der Zuschuss ab 2011 halbiert werden, gleichzeitig aber Kindern und Jugendlichen weiterhin die Teilnahme am Eissport ermöglicht werden. Bei einer vollständigen Streichung der Zuschüsse würden auch die durch die Stadt finanzierten Vereinsübungsstunden für Kinder und Jugendliche entfallen. (Ersparnis 60.000 € pro Jahr)
- Übertragung Birker-Bad ohne „Kauf von Wasserzeiten“
Bisher sieht das Konzept zur Übertragung
des Bades Birker Straße den „Kauf von Wasserzeiten“ für die Schwimmausbildung
von Grundschülern vor. Der Verzicht auf diese Wasserzeiten würde zu einer
Reduzierung des Schwimmzeitenangebots für Schulen führen. (Einsparpotenzial
140.000 € pro Jahr).
Dies waren die nackten Fakten. Diese muss man zunächst
einmal auf sich wirken lassen. Wir werden die nächsten Tage dazu nutzen,
innerhalb des SSB wie auch mit einigen Vereinsvertretern Gespräche zu führen.
Mit konkreten Vorschlägen über das weitere Vorgehen mit diesem für den Sport so
elementaren Thema werden wir bis Mitte März auf Sie zukommen und dies auf
dieser Seite veröffentlichen.
